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Aktuelles 4/2011
- Das Hamburger Verfassungsgericht
hat den Antrag dreier Hamburger Bürger, das Ergebnis des Volksentscheids
gegen die Einführung der Primarschule für rechtswidrig und ungültig
erklären zu lassen, abgelehnt. Es bleibt rechtens. Das Urteil ist nicht
anfechtbar. In Bezug auf die Widersprüchlichkeit der Vorlagen erging das
Urteil nur mit einer hauchdünnen 5:4-Stimmenmehrheit der Richter. Die
Rüge, ein Ziel eines Volksentscheids könne in den Haushalt eingreifen,
hat das Gericht ausdrücklich nicht geprüft. (Hamburger Abendblatt,
15.12.11, Seite 17)
- Die Landeselternbeiräte aller
Schularten in Schleswig-Holstein starten eine Volksinitiative für eine
kostenlose Schülerbeförderung in Kreisen und Städten. In den kreisfreien
Städten kommen die Eltern für die Fahrtkosten allein auf, in den Landkreisen
werden 30% von der Landesregierung bezuschusst. Die dadurch entstehenden
Mehrkosten belaufen sich auf 25 Millionen Euro. Um ihr Anliegen in den
Landtag zu bringen, benötigt die Initiative 20.000 Unterschriften.
(Hamburger Abendblatt, 2.12.11, Seite 18)
- 24. November 2011, 16.00 Uhr,
Hachmannplatz, Hamburg: Demo / Aktion „Ja zur Inklusion ...“ - Aufruf
- Inklusion: Nach Schulsenator Rabes
Vorschlag sollen nicht mehr als vier Kinder mit sonderpädagogischem
Förderbedarf pro Klasse unterrichtet werden. Jede Schule erhält dafür
pauschal eine Zuweisung von zusätzlichen Unterrichtsstunden. Eine
durchschnittliche Grundschule bekommt rund 1,5 Stellen, eine
Stadtteilschule acht Stellen für Sonder- und SozialpädagogInnen. Dafür
werden PädagogInnen, die bisher an Förderschulen unterrichtet haben, an
allgemeine Schulen versetzt. Kritiker befürchten nun, dass dies
einhergehe mit der Abschaffung der erfolgreich arbeitenden
Integrationsklassen, integrativen Regelklassen und integrativen
Förderzentren. (Hamburger Abendblatt, 24.11.11, Seite 10)
- 22. November 2011, 19.00 Uhr, Ganztagsschule
St. Pauli, Friedrichstraße 55, Haus A, Hamburg, GGG Landesverband
Hamburg, Mitgliederversammlung - Einladung
- Die Bildungsstudie „Lernatlas
2011“ der Bertelsmann-Stiftung bewertet nicht nur Leistungen, sondern
es gehe um „lebenslanges Lernen“. Bayern und Baden-Württemberg belegen die
ersten beiden Plätze, Schleswig-Holstein landet auf Platz 8, Niedersachsen
auf dem neunten, Hamburg auf dem elften Platz. Unter den großen Städten
liegt Hamburg auf Platz neun, München steht ganz oben auf dem
Treppchen. Ein Grund für dieses Ergebnis könnte sein, dass Hamburger
SchülerInnen länger beschult werden. (Hamburg1-Text, 21.11.11,
Seite 112)
- Die SPD startet eine Offensive zur
Qualitäts-Verbesserung des Unterrichts. Entscheidend sei weder
Schulform noch Renommee einer Schule oder der Stadtteil, sondern die
Leistungen der einzelnen Lehrkraft. Gefordert wird eine Feedbackkultur,
in der die LehrerInnen voneinander lernen. Die LehrerInnen einer
Jahrgangsstufe sollen stärker miteinander kooperieren. Auch die
SchülerInnen sollen eine Rückmeldung über die Qualität des Unterrichts
geben. (Hamburger Abendblatt, 21.11.11, Seite 1, 10)
- Reaktionen zum Plan der
Schulbehörde, die Ergebnisse der Schulinspektion („Schul-TÜV“) zu
veröffentlichen: Dies schaffe einen Anreiz zur stetigen Verbesserung
besonders der Schulen, in denen es nötig sei, meint der Geschäftsführer
der Handelskammer Schmidt-Trenz. Die SPD mache den Weg frei für einen
öffentlichen Pranger, wendet GEW-Vorsitzender Klaus Bullan ein. Er
befürchtet, dass dies der erste Schritt hin zu einem Ranking sei und das
zu einer Spaltung der Schullandschaft führe. Dora Heyenn (Die Linke)
sieht die Gefahr, dass es zu einem gnadenlosen Kampf um den richtigen
Schulplatz komme. Die Schulinspektion sei ein ungeeignetes Mittel und
solle abgeschafft werden. Ähnlich äußert sich die Vorsitzende der
Elternvereins Hamburg Sabine Boeddinghaus. Robert Heinemann (CDU): Wer
mehr Transparenz beim Schul-TÜV wolle, müsse auch die freie Schulwahl
zulassen. Senator Rabes (SPD) Plan sieht das Wohnortprinzip als
einziges Auswahlkriterium vor. Auf diesen Widerspruch macht auch
Stefanie von Berg (GAL) aufmerksam. FDP-Politikerin Anna von Treuenfels
sieht sich durch den Plan der Behörde bestätigt. (Hamburger Abendblatt,
18.11.11, Seite 8)
- „Die SPD spricht sich für eine
Veröffentlichung der Ergebnisse der Schulinspektion aus, um Eltern die
Auswahl einer Schule für ihr Kind zu erleichtern. Das ist vernünftig. Es
konterkariert allerdings den Beschluss von Senator Rabe, den Eltern
keine Möglichkeit mehr zu geben, die weiterführende Schule mittels eines
so genannten 'gesteuerten Anmeldeverfahrens' frei zu wählen.“ (Presseerklärung
der GAL-Bürgerschaftsfraktion, 17.11.11)
- Der Schulversuch, der es 13
Stadtteilschulen und Gymnasien ermöglichte, ihre Schulen nach eigenen
Kriterien auszuwählen, läuft regulär aus. Zur Anmelderunde im Februar
2012 gilt: Wenn die Zahl der Anmeldungen die Zahl der Plätze der
fünften Klassen übersteigt, ist die Nähe des Wohnorts („Zirkellösung“)
das entscheidende Kriterium. Die Stadtteilschulen wollten durch den
„Anmeldemodus“ einen ausgewogenen Leistungsmix durch heterogene
Leistungsgruppen sicherstellen. Daneben spielt für beide Schulformen das
Schulprofil eine wichtige Rolle (naturwissenschaftlich, sprachlich oder
musisch). Die Auswahlquote lag bei 40-55%. Gleichzeitig, so
Schulsenator Ties Rabe, wurden aber immerhin 97% aller Erstwünsche für
eine Schule erfüllt. Die teilnehmenden Schulen waren die Gymnasien Carl
von Ossietzky, Grootmoor, Emilie Wüstenfeld, Bondenwald, Eppendorf,
Matthias Claudius, Klosterschule und die Stadtteilschulen Bergstedt, Bergedorf,
Harburg, Heinrich Hertz, Julius Leber und Max Brauer. (Hamburger
Abendblatt, 08.11.11, Seite 8)
- Schulsenator Ties Rabe stellt den
Entwurf des neuen Schulentwicklungsplans vor. Wegen steigender
Schülerzahlen werden in Hamburg neue Schulen gegründet. In der Hafencity
entstehen eine neue Grundschule und ein Gymnasium. Geplant sind weiter
ein neues Gymnasium in Hoheluft-West, zwei neue Stadtteilschulen in
Meiendorf und auf der Veddel. Einzügige Grundschulen bleiben erhalten.
Expandierende Stadtteilschulen erhalten Dependancen: Blankenese,
Heinrich-Hertz, Harburg. Die Schule am See erhält eine Bestandsgarantie.
An zahlreichen Standorten gibt es Erweiterungen und Neubauten (20%).
Nur 13 Grundschulen haben sich für eine Kooperation mit einer Sekundarstufe
entschieden (so genannte Langform). Vor der gescheiterten Primarschulreform
gab es 61 Langformschulen. Bis 2022 sollen die Schülerzahlen im
Vergleich zu 2011 um 3,7% steigen. Die Förderschulen bleiben in dieser
Planung außen vor. Bis Ende Dezember 2011 haben die Schulgremien nun
Gelegenheit, ihre Stellungnahmen zum neuen SEPL abzugeben. (NDR-Text,
25.10.11, Seite 164, Hamburg-Journal, 25.10.11, 19.30 Uhr,
Hamburger Abendblatt, 26.10.11, Seite 7)
www.hamburg.de/schulentwicklungsplan
- GGG-Journal 4/2011: Themen:
Inklusion macht Schule (Nachlese zum 32. Bundeskongress der GGG),
(Zwei-) Gliedrigkeit ist Mist – Noch mehr Gliedrigkeit ist noch mehr
Mist, Bilinguales Lernen in Gesamtschulen (und Bericht über die 49.
Tagung der BAG Englisch), Triple A (Bericht über die 14. Klausurtagung der
GGG Hessen), Der „Schulpolitische Konsens“ in NRW, Der GGG-Bundesvorstand
stellt sich vor, Mitgliederversammlung 2011, Kommentar „Superwahljahr
2011 – Kommentar überflüssig?“, als Beilage die Zeitschrift „Eine Welt
in der Schule“, Heft 4, Dezember 2011: Kleidung und Globalisierung, Die
Weltreise einer Fleeceweste (www.weltinderschule.uni-bremen.de),
„Perspektive wechseln!“ (Schulwettbewerb des Bundespräsidenten, www.eineweltfueralle.de), Der
Markt – Platz des Vertrauens? (Das gleichwertige Dreieck – Globales
Lernen – Transkulturelle Bildung), Materialkiste „Indonesien“
- GGGinfo 1/2011: Themen: Bericht
über die Mitgliederversammlung am 30.9.2010 (Tätigkeits-
und Kassenbericht), GGG und Stadtteilschule in Hamburg - Wie weiter?, 2.
Hamburger GGG-Fachtagung: „Der Bildungsplan für die Stadtteilschule“,
Kunstprojekt der 8c Geschwister-Scholl-GS: 'Raushängen' am Osdorfer
Born, in memoriam Jürgen Riekmann, Hamburger Gesamtschulen im Wandel
der Zeiten (im Spannungsfeld von Systemzwang und Selbstbestimmung), 20
Jahre GS Blankenese, Zwei Hamburger Gesamtschulen erhalten den
„Hildegard-Hamm-Brücher-Förderpreis für Demokratie lernen und erfahren“
(Schüleraustausch-Projekt der Ida Ehre Gesamtschule und der Gesamtschule
Stellingen mit dem Vierten Gymnasium in Sarajevo / Bosnien und Herzegovina),
Hamburg - ein Zweisäulen-Modell - Wie geht es los mit den
Stadtteilschulen?, Gute Schulen auf dem Weg zur Inklusion stellen sich
vor!, Foto auf der Rückseite: Bosnische und Hamburger Schülerinnen und
Schüler sprayen ein Wandbild in Sarajevo zum Klimaschutz, Titelfoto:
Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Mümmelmannsberg führen mit
Schauspielern am Hamburger Schauspielhaus das gemeinsam entwickelte
Stück Hänsel und Gretel gehn Mümmelmannsberg auf.
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