Langsam starten und später Gas geben

LAU 9 bestätigt das pädagogische Konzept der Gesamtschule

Auf die Ergebnisse der Lernausgangslagen-Untersuchung Jahrgangsstufe 9 haben wir lange warten müssen; die Datenerhebung fand immerhin schon im September 2000 statt. Über die Gründe der Verzögerung darf spekuliert werden. Zum einen ist die Auswertung der umfangreichen Datenmengen, die 12620 Schüler und Schülerinnen in bis zu sechs Unterrichtsstunden produzieren können, zeitaufwendig und kompliziert, zum anderen sollte wohl auch vermieden werden, dass die Ergebnisse dieser akribischen Untersuchung im Bürgerschaftswahlkampf lediglich polemisch zerredet würden. Jetzt steht LAU 9 etwas im Schatten von PISA; hat für Hamburg aber eine mindestens vergleichbare Bedeutung.

Eine kritische Analyse der Instrumentierung der Untersuchung soll an dieser Stelle nicht erfolgen; sie wäre nach Hinweisen von Fachleuten für das Fach Englisch angezeigt. Es wird davon ausgegangen, dass die Fähigkeiten, die mit den Instrumenten abgeprüft werden, in unterschiedlichen Graden bei allen Schülern und Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe in allen Schulformen entwickelt sein sollten. Es geht um Schulleistungen in den Fächern Mathematik ( mit den Stoffgebieten Algebra, Arithmetik, Geometrie und Stochastik für die Gymnasien und die Kurse I der Gesamtschule), Deutsch ( mit Untertests für Leseverständnis, Sprache, Rechtschreibwissen, Textproduktion ) und Englisch ( Hörverstehen und globale fremdsprachliche Kompetenz ) daneben ein Problemlösetest und ein Test zum schlussfolgernden Denken. Mit einem Schülerfragebogen wurden die schul- und unterrichtsbezogenen Einstellungen der Schülerinnen und Schüler untersucht und ihre außerschulische Lern- und Lebenswelt zu erfassen versucht. Ein Elternfragebogen sollte Aufschluss über die Bildungsnähe des Elternhauses und den sozioökonomischen Hintergrund der Familie geben.

Die Ergebnisse werden konzentriert auf drei Schwerpunkte dargestellt;

Frühe Sortierung erfüllt die Erwartungen nicht

Um es vorweg zu sagen, mit dem Ergebnis kann das gegliederte Schulwesen in keiner Weise zufrieden sein, aber auch für die Gesamtschulen bleiben Fragen offen. Das gegliederte Schulwesen rechtfertigt sich u.a. damit, dass seine drei Schulformen für eine begabungsgerechte Zuordnung und Förderung der Schülerinnen und Schüler sorgen. Das ist, wie es sich schon nach LAU 5 und LAU 7 angekündigt hatte, nach LAU 9 auch am Ende des 8. Jahrgangs nicht der Fall. Es gibt einen breiten Überschneidungsbereich zwischen den Schulformen. So erreichen 4 bis 5% der Hauptschülerinnen/-schüler und gut 40% der Realschüler/-innen den typisch gymnasialen Leistungsbereich, der von 5,7% der Gymnasiasten nicht erreicht wird. Im Testbereich Leseverständnis sind es sogar 29% der Hauptschüler und 65,8% der Realschüler, die diesen Bereich erreichen, der andererseits von 9,1% der Gymnasiasten verfehlt wird. Im Bericht wird dieser Sachverhalt positiv formuliert (S.77), es bestehe theoretisch ein beträchtliches Maß an Durchlässigkeit zwischen den Schulformen. Diese theoretische Durchlässigkeit bringt aber keinem Schüler und keiner Schülerin etwas, da sie wegen der Abgrenzung der Schulformen nicht zu nutzen ist. Wenn aufwändige externe Evaluationen auch den Sinn haben sollen, für die Politik Schwachstellen aufzuweisen und Handlungsbedarf zu signalisieren, dann ist das an dieser Stelle erfolgt. Es wird vermutlich folgenlos bleiben, da sonst einer Schulstrukturdebatte nicht ausgewichen werden könnte.

Der Bericht weist ausdrücklich darauf hin, dass die Leistungsverteilung der Gymnasien sich deutlicher hätte von denen der anderen Schulformen absetzen müssen, zumal von den Schülern, die 1996 die Beobachtungsstufe besucht haben, 11,5 % während oder nach der Beobachtungsstufe und weitere 8,9 % bis zum Beginn der Klassenstufe 9 das Gymnasium verlassen haben. Wider alle Erwartungen verzeichnen die Gymnasien die niedrigsten absoluten Lernfortschritte in den Jahrgangsstufen 7 und 8. Es gibt aber beachtliche individuelle Lernzuwächse bei vielen Schülerinnen und Schülern, die sich im unteren und mittleren Leistungsbereich der Gymnasien befinden. Die Spannbreite der Leistungen innerhalb der Klassen reduziert sich, da die leistungsstärkeren Schüler und Schülerinnen kaum Lernzuwächse erzielen. Diese Tendenz zur Homogenisierung führt gleichzeitig dazu, dass "sich die Schulformen am Ende der Klassenstufe 8 hinsichtlich der Streuung ihrer Fachleistungen deutlich weniger unterscheiden als zu Beginn der Klassenstufe 7" ( S. 88 ). Wie schon im Zusammenhang mit PISA muss auch hier gefragt werden dürfen, welcher Sinn in der Selektion der Schüler und Schülerinnen liegt, wenn sie nicht einmal ihr vornehmstes Ziel, die optimale Förderung der Leistungsstärksten, zu erreichen vermag.

Das gilt nicht für die Zweige bzw. Kursniveaus in den Haupt- und Realschulen, die sich im Gegenteil auseinander entwickeln. Für einzelne Fachleistungsbereiche (z.B. Leseverständnis ) stellt der Bericht fest, dass an den Haupt- und Realschulen auf Schulebene die Hauptschulklassen durch eine konsequent leistungsbezogene Differenzierungspraxis beeinträchtigt sind, während für die Realschüler und Realschülerinnen der Übergang in eine homogenere Lerngruppe vorteilhaft ist. Als Fazit aber ergibt sich aus dem Bericht, "dass anregungsreiche Lernmilieus – seien dies Schulformen oder Kursniveaus -, die durch die Anwesenheit leistungsstarker Schülerinnen und Schüler geprägt sind, in der Regel für alle dort Lernenden leistungsmäßig Vorteile bringen."

Viele Gesamtschüler im gymnasialen Leistungsbereich

Wie für das gegliederte Schulsystem so liefert LAU 9 auch für die integrierten Gesamtschulen Hinweise, denen nachzugehen lohnend erscheint. Vergleicht man die absoluten Lernstände, die Ende der Jahrgangsstufe 8 von Gymnasialschülern und Gesamtschülern erreicht werden, so liegt das Gymnasium – mit Ausnahme des Untertests "Textproduktion" – überall, z.T. mit deutlichem Abstand vorn. . Das kann aber niemanden verwundern, der sich noch an die Ergebnisse der Lernausgangslagenuntersuchung erinnert, die zu Beginn der Jahrgangsstufe 5 durchgeführt worden ist. Genauso deutlich stellt der Bericht aber fest, dass "die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschulen denen der Integrierten Haupt- und Realschulen leistungsmäßig insgesamt und, aber auch in jeder Untergruppe überlegen sind." ( S.72)

Die nachfolgende Tabelle möge es an Hand von vier Lernbereichen verdeutlichen; angegeben werden jeweils die in den einzelnen Schulformen erreichten Mittelwerte.

Gymnasium

Realschule

Hauptschule

IGS – Kurs II

IGS – Kurs I

Mathematik

139,2

120,4

104,5

107,8

125,7

Leseverständnis

133,9

120,7

104,6

109,6

124,9

Textproduktion

53,1

49,9

44,7

45,5

54,6

Englisch

153,0

128,5

103,5

109,4

133,3

Da es ein absolutes Maß für den typischen gymnasialen Leistungsbereich nicht gibt, wird er im LAU-Bericht für jede Fachleistung als der Leistungsbereich festgelegt, der oberhalb des Schnittpunktes zwischen den Verteilungen der Realschulen und der Gymnasien liegt. Er wird in der Regel von 90% der Gymnasialschüler/-schülerinnen erreicht.

Für die Gesamtschulen ist erfreulich festzustellen, dass zwischen 55 und 70% der Schüler und Schülerinnen in den Kursen I und zwischen 10 und 25% in den Kursen II diesen Leistungsbereich in den verschiedenen Fachleistungen erreichen oder überschreiten. Das ist deutlich mehr, als die Realschulklassen aufzeigen.

Der gymnasiale Leistungsdurchschnitt wird zwischen 10 und 20% der Schüler und Schülerinnen der Kurse I erreicht oder überschritten; für die Bereiche Problemlösen und Textproduktion sogar von 56,7 bzw. 60%

Gesamtschulen nutzen die Möglichkeiten der Fachleistungsdifferenzierung

Der Bericht bescheinigt den Gesamtschulen, dass die Möglichkeiten der Fachleistungsdifferenzierung gut genutzt werden. Die Zuordnung der Schüler und Schülerinnen in den drei untersuchten Fächern zu den Kursen I und II erfolgt differenziert nach Fachleistungen. So befinden sich durchschnittlich 40,7% der Schülerschaft in allen drei Fächern in einem Kurs II und 26,3% in einem Kurs I, während 18,3% nur in einem Fach und 14,7% in zwei Fächern Kurse I besuchen. In den integrierten Haupt- und Realschulen findet in viel stärkerem Maße eine Bankbildung statt; hier werden lediglich 10,1% unterschiedlichen Kursniveaus zugeordnet.

Etwa 40% der Schülerschaft einer Gesamtschule werden in Kursen I unterrichtet. Bei dieser Bildung leistungsmäßig homogenerer Lerngruppen scheinen, wie es im Bericht (S.103) heißt, "beide Kursniveaus Vorteile für die Lernentwicklung zu ziehen..... Für die Kurse II sind mit einer konsequent leistungsorientierten Auslese also keine Nachteile für die Lernentwicklung, sondern tendenziell eher Vorteile verbunden; für die Kurse I fallen diese Vorteile sehr deutlich aus." LAU 9 bestätigt auch, dass die Gesamtschulen gut daran tun, zwischen den Kursen I und II einen breiten Überlappungsbereich zu lassen. Trotzdem wird in dem Bericht – wie es scheint mit Verwunderung – mehrmals von der "an Gesamtschulen praktizierten höheren Selektivität" gesprochen; dies im Vergleich zu der Praxis der Haupt- und Realschulen und der integrierten Haupt- und Realschulen, die 61,3 bzw. 51,1 Prozent dem Realschulzweig zuordnen. Sollten die Verfasser nicht bemerkt haben, dass die Kurse an den Gesamtschulen nicht schlicht und einfach Schulformen des gegliederten Schulwesens zuzuordnen sind, da an Gesamtschulen den Schülern und Schülerinnen der Zugang zu drei Abschlüssen und nicht nur zu einem oder zwei offen zu halten ist? Das kann eigentlich nicht sein, denn auf S. 121 heißt es: " Es wird sichtbar, dass sich die nach Übergangsquoten und Fachleistung stärker ausgelesenen Kurse I an den Gesamtschulen an anderen Zielsetzungen orientieren als die R-Kurse der Integrierten Haupt- und Realschule."

Mit einem für die Gesamtschulen unter den gegenwärtigen Konkurrenzbedingungen zu allen Schulformen des gegliederten Schulwesens erfreulichen Fazit beschließt der Bericht seine Kapitel zu den Fachleistungen: Die Leistungsverteilung der Schülerinnen und Schüler an Gesamtschulen mit zwei Kursen I entspricht annähernd derjenigen der Schülerinnen und Schüler an Integrierten Haupt- und Realschulen, die in allen drei Differenzierungsfächern R-Kurse besucht haben. Diejenigen Gesamtschülerinnen und Gesamtschüler hingegen, die in allen drei Fächern auf dem Kursniveau I unterrichtet worden sind, zeigen am Ende der Klassenstufe 8 mit 59,8 Prozent oberhalb des Landesdurchschnitts eine günstigere Leistungsverteilung als die Hamburger Schülerschaft insgesamt (50,8 Prozent), sind aber deutlich entfernt von dem gymnasialen Anteil oberhalb des Landesdurchschnitts ( 92,1 Prozent)."

Leistungsentwicklung an den Gesamtschulen überwiegend positiv

LAU 9 untersucht sorgfältig die Entwicklung der Fachleistungen in den Jahrgangsstufen 7 und 8. Die Ergebnisse sind für die Gesamtschulen überwiegend positiv; in allen Leistungsbereichen sind deutliche Leistungszuwächse zu verzeichnen. Im Vergleich zu LAU 7 schneidet die Gesamtschule relativ zu den anderen Schulformen besser ab. Während in den Jahrgangsstufe 5 und 6 der Lernzuwachs in den Gymnasien am größten war, ist das in den Jahrgangstufen 7 und 8 überhaupt nicht mehr der Fall. Wie für viele Klassen der Gymnasien ist allerdings auch für leistungsstarke Kurse I der Gesamtschule festgestellt worden, dass der Lernzuwachs bei den Schülern und Schülerinnen, die schon ein verhältnismäßig hohes Lernniveau erreicht hatten, geringer ist als bei anderen. So ist im Fach Mathematik der relative Lernzuwachs in den Kursen II der Gesamtschule am höchsten von allen Schulformen, während er in den Kursen I hinter den Realschulen zurück bleibt. Es zeigt sich also auch in den Gesamtschulen ein gewisser Homogenisierungseffekt.

Lernzuwachs in den Jahrgangsstufen 7 und 8
( Die Zahlen geben Lernstandspunkte an )

Haupt- und Realschule

Gymnasium

Gesamtschule

Mathematik

14,3

10,7

15,1

Leseverständnis

12,8

8,2

10,9

Sprache

8,2

2,7

8,6

Englisch

30,9

29,7

30,7

Im Bericht werden die Werte für die Lerngruppen in der integrierten Haupt- und Realschule und für die Kurse I und II der Gesamtschule getrennt ausgewiesen; sie geben die guten relativen Lernfortschritte in den Kursen der Gesamtschule noch besser wieder. Aber auch diese Zusammenfassung, die dem Bericht entnommen worden ist, zeigt die Tendenz auf. Von den Möglichkeiten der Klassenwiederholung und des Schulformwechsels machen die traditionellen Schulformen, wie der Bericht hervorhebt, vergleichsweise häufig Gebrauch und bieten so "ein etwas günstigeres Leistungsbild, als es ihrer `wahren Produktivität΄ entspricht" (S. 164).

Die Steigerung de Lernzuwachses an den Gesamtschulen ist gewissermaßen erwartungsgemäß. Innerhalb des kontinuierlichen sechsjährigen Bildungsgangs der Gesamtschule, der durch keine Versetzungsentscheidungen unterbrochen wird, kann der Lern- und Arbeitsrhythmus anders gestaltet werden; es muss nicht hektisch auf ein Zwischenziel hingearbeitet werden.

Bildungsbarrieren nicht beseitigt

Gleichsam als eine Bestätigung der PISA-Studie stellt auch LAU 9 fest, dass "am Ende der Klassenstufe 8 immer noch beträchtliche Bildungsbarrieren für die Kinder bzw. Jugendlichen aus bildungsferneren Schichten der Bevölkerung festzustellen sind" ( S. 143 ). In welchem Umfang die Gesamtschulen daran beteiligt sind, geht aus dem Bericht nicht klar hervor. Dass die Feststellung, dass Schüler und Schülerinnen, bei denen mindestens ein Elternteil die Allgemeine Hochschulreife erlangt hat, an Haupt- und Realschulen sowie in den Kursen II (nicht aber in den Kursen I) deutlich unterrepräsentiert und umgekehrt, Schüler und Schülerinnen, bei denen kein Elternteil einen Abschluss erreicht hat, auch in den Kursen II der Gesamtschule überrepräsentiert sind, als Kriterium nicht ausreicht, sieht auch der Bericht. Statt dessen sucht LAU 9 sich an dem möglichen bzw. wahrscheinlichen Schulabschluss zu orientieren, der aus Schulform- bzw. Kursniveauzugehörigkeit abgeleitet wird. Da dabei Schüler und Schülerinnen der Gymnasien und der Gesamtschulen, sofern sie durchgängig den Kursen I zugeordnet sind, gleichgesetzt werden, lässt der Bericht keine Aussagen darüber zu, wie die Gesamtschulen mit diesem Problem umgehen.

Der Strukturvorteil der Gesamtschulen

Das Verhältnis der Gesamtschulen zu LAU ist von Anfang an ein angespanntes gewesen. Die Hauptkritik richtete sich darauf, dass die Anlage der Untersuchung zu eng sei, dass mit den vorgesehenen Fragestellungen bei weitem nicht das erfasst werde, was eine Schule insgesamt ausmache. Das ist nach wie vor richtig. Auch wenn die Untersuchung ausdrücklich "Aspekte der Lernausgangslage und der Lernentwicklung" heißt, so bleibt die Sorge, dass eben diese Aspekte in der öffentlichen Diskussion als die für Schule einzig wichtigen, weil annäherungsweise messbaren wahrgenommen werden. Die GGG steuert dem entgegen; bei ihren Veranstaltungen in den letzten Monaten standen der Musikunterricht und das Fach Arbeitslehre im Mittelpunkt. Im Juni werden Fragen der Gesamtschule als Ganztagsschule das Thema sein.

"Law and order is an Labour issue" und die Förderung fachlicher Leistungen ist ein Ziel der Gesamtschule. Oder wie es in der Standortbestimmung heißt: "Die Gesamtschule zu einer Schule der Anstrengung zu machen, gehört zu den Prinzipien der Gesamtschulpädagogik". Ohne jetzt in den Fehler zu verfallen, die Untersuchung der fachlichen Leistungen für das Ganze der Schule zu nehmen, können die Ergebnisse von LAU 9 als eine Bestätigung der pädagogischen Arbeit der Gesamtschulen angesehen werden.

- LAU 5 hat die Lernausgangslage des Jahrgangs 5 zu Beginn des Schuljahres 1996/97 beschrieben und die mit ihr verbundene pädagogische Herausforderung deutlich werden lassen. LAU 9 weist aus, dass die Hamburger Gesamtschulen mit diesem Jahrgang erfolgreich gearbeitet haben. Wenn 55 Prozent der Schüler und Schülerinnen der Kurse I und auch noch 9,3 Prozent der Kurse II mit ihren Leistungen im "typisch gymnasialen Bereich" liegen, dann ist das erfreulich. Es ist es auch dann noch, wenn man dabei bedenken muss, dass wir es hier nicht mit einem absoluten Wert zu tun haben, sondern mit einem für Hamburg statistisch ermittelten "typisch gymnasialen Niveau".

Musca domestica, vulgo Stubenfliege

 

Die ziemlich intelligente Fliege

Eine große Spinne hatte in einem alten Haus ein schönes Netz gewoben, um eine Fliege zu fangen. Jedes Mal, wenn eine Fliege sich auf dem Netz niederließ und darin hängen blieb, .............................

...................Damit ließ sie sich nieder und blieb auf dem Fliegenleim kleben wie all die anderen Fliegen..................................

Teil einer Aufgabe zum Leseverständnis.

 

- Der für die Wissenschaftler sicher nicht geringe Aufwand, die beiden Kursniveaus der Gesamtschule und auch der integrierten Haupt- und Realschule getrennt zu untersuchen und auszuwerten, hat sich als lohnend erwiesen. So konnte sichtbar gemacht werden, dass die Gesamtschulen ihre Differenzierungsmöglichkeiten zur Förderung der Schüler und Schülerinnen angemessen nutzen. Dabei wird ausdrücklich auf eine pädagogisch sinnvolle Kurseinteilung und eine didaktische und methodische Nutzung der Überlappungsbereiche hingewiesen.

- Die Lernzuwächse, die den Schülern und Schülerinnen vom Beginn der Jahrgangsstufe 5 schon bis zum Ende der Jahrgangsstufe 8 bescheinigt werden, sind beachtlich. Sie liegen deutlich über denen des Gymnasiums, wenn auch – dem allgemeinen Trend folgend – die Lernzuwächse in den Kursen II deutlicher als in den Kursen I hervortreten. Es ist zu erwarten, dass sie in den Jahrgangsstufen 9 und 10 noch einmal zunehmen werden.

Von Außenstehenden und manchmal auch von besorgten Eltern wird die Unterrichtsarbeit in den ersten Jahren der Gesamtschule misstrauisch betrachtet und hin und wieder auch als Kuschelpädagogik abzutun versucht. Wie falsch das ist, erweist sich jetzt. Gesamtschulen vertun keine Zeit, wenn sie zu Beginn der Sekundarstufe I andere Akzente setzen. Das Prinzip "Langsam starten und später Gas geben" hat sich bewährt; hier liegt einer der Strukturvorteile der Gesamtschule. Auch das hat LAU erbracht.

Jürgen Riekmann

Lit: Rainer H. Lehmann, Rainer Peek, Rüdiger Gänsfuß, Vera Husfeldt " Aspekte der Lernausgangslage und der Lernentwicklung – Klassenstufe 9", Hrsg: Behörde für Bildung und Sport, Hamburg, Feb 2002

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