PISA und das deutsche Schulsystem

"Auch für den Bereich der Mathematik gilt daher der Befund, der in Kapitel 2 für die Lesekompetenz formuliert wurde: Das deutsche Bildungssystem ist besonders wenig erfolgreich bei der Förderung schwächerer Schüler, ..." (S. 172)

"Der internationale Vergleich zeigt, dass in Deutschland insbesondere die Schülerinnen und Schüler im unteren Leistungsbereich kaum mehr eine förderliche Entwicklungsumgebung vorfinden, die in anderen Ländern offensichtlich durchaus gegeben ist." (S. 237)

"Der internationale wie der nationale Test lassen erhebliche Schulformdifferenzen in den Naturwissenschaftsleistungen erkennen.Sie weisen auf eine Selektivität des dreigliedrigen Schulsystems hin, die nicht mit didaktischen Konzeptionen und Fördermaßnahmen verbunden zu sein scheint, die an das jeweilige Leistungsniveau angepasst sind." (S. 244)

"In Deutschland ist der enge Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb ... im Wesentlichen über die Schulformzugehörigkeit und ... durch die differenziellen Entwicklungsmilieus, die Schulformen darstellen, bestimmt." (S. 393)

"Ein unerwünschter Nebeneffekt der frühen Verteilung auf institutionell getrennte Bildungsgänge ist die soziale Segregation von Schülerinnen und Schülern." (S. 458)

"Im internationalen Vergleich scheint die im gegliederten Schulwesen in Deutschland anzutreffende soziale Segregation charakteristisch für extern differenzierende Systeme in Europa zu sein." (S. 460)

"Vor dem Hintergrund dieser Forschungslage werden die pädagogischen Wirkungen der Klassenwiederholungen in der Erziehungswissenschaft ganz überwiegend negativ eingeschätzt." (S. 470)

Und zum Schluss zu der Behauptung, mehr Geld bringe keine besseren Leistungen: "Eine Erhöhung der Ausgaben je Schüler um 500 Dollar ist mit einem beträchtlichen Leistungszuwachs ... verbunden." (S. 433)

(Alle Zitate aus: Deutsches PISA-Konsortium (Hrsg.): PISA 2000 - Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich;
Leske * Budrich, Opladen 2001)

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