Das Aktions-Bündnis Gesamtschule
War die Hotline ein Flop?
Öffentlichkeitsarbeit
– das waren die Schwerpunkte der Arbeit in diesem Winter. Ihre Wirkung auf die Anmeldezahlen der Gesamtschulen wird man erst Mitte Februar abschätzen können (siehe Seite 2, 3), wenn überhaupt, denn Begründungsmöglichkeiten für besseres oder schlechteres Abschneiden bei den Anmeldungen gibt es wie immer reichlich.Die Hotline war ein Flop. Jedenfalls für den, welcher glühende Telefonleitungen erwartet hatte. Es gab nur sehr wenige Anrufe, an manchen Montagen gar keine. Hingegen gab es in vielen regionalen Verteilzeitungen (Anzeigenblätter mit Texteinschaltungen, wie das in der Presselandschaft heißt) regelmäßige Übernahme unserer Ankündigungen und z.T. kompletter Pressemitteilungen. Der Begriff Gesamtschule tauchte in diesen Gazetten immer wieder auf, oft angereichert mit den Stichworten, die zum Thema "Gesamtschule – gut für alle" in unseren Mitteilungen standen. Die großen Zeitungen haben weniger häufig hingewiesen, Rundfunkstationen ab und an.
Insgesamt müssen wir festhalten:
Dank an die Mithelferinnen und Mithelfer: jeden Montag vier Fachleute und ab und an prominente Gäste (Schauspieler, Autor und Regisseur, SPD-Schatzmeister, Metallgewerkschafter). Sie haben geduldig auf Anrufe gewartet, sich aber, wie ich dann oft hörte, in dieser Zeit miteinander auch gut über unsere Schulform und ihre Zukunft unterhalten.
Die Mitglieder des Aktionsbündnisses werden Anfang März eingehend über die Hotline diskutieren und schon jetzt Überlegungen anstellen, wie man im kommenden Winter effektiver die Viertklass - Eltern überörtlich anspricht
Besser müssen wir beim nächsten Mal in der Nutzung des Internets werden. Helfende Hände haben sämtliche Termine der Grundschul-Informationsabende ermittelt. Sie wurden ins Internet gestellt. Ich weiß, dass vor etlichen Veranstaltungen unsere Flugblätter verteilt wurden. Aber das kann im nächsten Winter noch viel effektiver werden. Und da muss bessere Selbstorganisation entstehen. Das Verteilmaterial hat viel Zuspruch gefunden. (Faltblatt für die Eltern)
Unsere Plakate sind gut zur Hälfte verbraucht. Für die kommende Einschulung kann wieder mit einem Sympathie – Plakat gerechnet werden.

Die Sticker (Aufkleber) haben wir nachdrucken lassen. Einige Schulen haben ihre Schülerschaft vollständig mit ihnen ausgestattet. Immer öfter sieht man Autos mit unseren Aufklebern. Über die GGG können sie nach wie vor bestellt werden (in Hamburg und ohne Porto 100 Stück für 10 Euro – echter Selbstkostenpreis).
Die Veranstaltung "Wir brauchen eine andere Schule! Kann das die Gesamtschule sein?" mit ca 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am 17. Januar 2003 in der Gesamtschule Eppendorf hat ein überaus positives Echo gefunden. Auf dem Podium stellten sich der Diskussion:
(auf dem Foto von links)
Klaus Fink (Schulleiter GS Harburg)
Marlene Crome (Grundschulverband)
Cornelia Stern (Bertelsmann Stiftung)
Prof. Wulf Wallrabenstein (UNI HH)
Frank Teichmüller (IG Metall)

Eingeladen hatten wir (per Fax) sämtliche Schulen Hamburgs (außer Berufsschulen). Gekommen sind viele, die bislang auf Gesamtschulveranstaltungen nicht gesehen wurden. Grundschulen waren zahlreich vertreten, Gymnasien vereinzelt ("bereiten gerade eine pädagogische Konferenz vor", schrieb eine Schule), Elternvertreter von Gesamtschulen und andere.
Viele Teilnehmer haben sich mit ihrer E-Mail in Listen eingetragen, haben auf Bitten der Veranstalter sich im Nachhinein kritisch zur Veranstaltung geäußert. Und zu meiner Überraschung durchweg sehr positiv. Die Veranstaltung selbst brachte nicht das von einigen erhoffte klare Bekenntnis der Bertelsmann Stiftung zur integrierten Gesamtschule. Dass die Denkschrift aus Gütersloh aber auch für unsere Entwicklung wichtige Impulse liefert, wurde nicht bestritten. Der besondere Gewinn war die Zusammensetzung des Publikums, die das Engagement der Gesamtschulfreunde für die Stützung und Weiterentwicklung unserer Schulform wohl zu würdigen wusste.
Und die Finanzen?
Aktionen wollen bezahlt werden. Und es ist nicht immer allen einsichtig zu machen, dass nicht irgendwo im Hintergrund schon Geld liegt, mit dem all diese Aktivitäten ermöglicht werden.
Erfreulich ist, dass sich nahezu alle Gesamtschulen an den Kosten beteiligt haben. Sie sind aufgeschlüsselt gewesen nach Größe der Schule. Dass die beteiligten Organisationen auch ihre Scherflein beigetragen haben, soll nur am Rande und der Vollständigkeit halber erwähnt werden.
Wenn es im Sommer (nach der wohlverdienten Pause) wieder los geht, dann hoffen wir, dass der alte Schwung auch wieder der neue sein wird. Will heißen: Es machen wohl alle beteiligten Organisationen (siehe GGG-Info 2/2002) wieder mit und hoffentlich gibt’s noch ein paar helfende Hände mehr.
Gerhard Lein
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