Die verpasste Reform
ein neues Buch von Dietrich Lemke

Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD legt schonungsloses und zugleich kämpferisches Buch über die Hamburger Schulpolitik der Nachkriegszeit vor.

"Wir Sozialdemokraten wollen eine Gesellschaft, die von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität geprägt ist. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass erstklassige Bildung und Ausbildung allen Menschen gleichermaßen offen stehen müssen und niemals von Geld oder Herkunft der Eltern abhängen dürfen."

Mit diesem Zitat vom Bildungsparteitag 2002 umschreibt Dr. Mathias Petersen in seinem Vorwort einen zentralen Glaubenssatz der Sozialdemokratie. Leider hat sich die Hamburger SPD in den 90er Jahren mit diesem Grundsatz weniger auseinandergesetzt, sondern sich auf eine vermeintlich erfolgreiche Bildungspolitik unter sozialdemokratischen Vorzeichen gestützt. Und erfolgreich war manches in dieser Zeit: Zunahme der Gesamtschulen, Anwachsen der Schülerzahlen mit besseren Abschlüssen, Expansion des Hochschulwesens, Integration Behinderter, Verlässliche Halbtagsgrundschule. Weil aber andere Länder Europas auch nicht schliefen, sogar deutlich besser in ihrem Reformeifer waren, brachten die PISA-Untersuchungen ein böses Erwachen. Vom vermeintlichen Bildungsspitzenreiter ins unterste Drittel und z.T. bis ganz unten abgerutscht! Die Ergebnisse der Hamburger Lernausgangslagen-Untersuchungen lieferten die Hamburger Begleitmusik.

 

Dietrich Lemke, langjähriger Schulleiter, Schulrat, Abteilungsleiter im Amt für Verwaltung und Gründungsdirektor des Landesinstitutes, aber auch früherer GEW- und AfB-Vorsitzender, hat sich nach seiner Pensionierung verdienstvoll um ein Kapitel Hamburger Geschichtsschreibung bemüht.

"Schulpolitik in Hamburg von 1945 bis 2004 oder: Die verpasste Reform", heißt sein von der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten im Bildungsbereich (AfB) herausgegebenes Buch (ISBN 3 925408 35 5), Buchhandelspreis: € 12.50.

Mit diesem Buch soll ein Beitrag zur Diskussion innerhalb der SPD geleistet werden, im Rahmen der Zukunftswerkstatt Bildung "langfristige Perspektiven und Visionen für die Bildungspolitik in Hamburg zu entwickeln. ... Dadurch bietet sich die Chance einer offenen, vorurteilsfreien Diskussion, an der über die Beteiligten hinaus (Lehrer und Eltern) möglichst viele gesellschaftliche Kräfte der Stadt Hamburg teilhaben.", so Petersen.

Anlässlich der Vorstellung des Buches sagte der Vorsitzende der AfB, Gerhard Lein: "Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung bietet den Gliederungen der SPD aber auch interessierten Gruppen in der Stadt an, das Buch in einem anschaulichen PC-gestützten Vortrag vorzustellen, über die Perspektiven Hamburger Bildungspolitik zu diskutieren, und somit eine breit getragene offene Diskussion über unsere zukünftige Bildungspolitik zum Wohle der Stadt zu befördern."

Kontakt: Andreas.Meier[at]spd.de    G.Lein

zurück ...