Werkstatt demokratischen Handelns

Reformschule Hamburg

Der Verein

Die Initiative "Reformschule Hamburg" wurde im Februar 1999 gegründet, seit Sommer 2000 ist sie ein eingetragener Verein. Der Verein hat zur Zeit rund 50 Mitglieder und einen erweiterten Kreis von Interessierten, die regelmäßig Informationen erhalten. Den "Kern" bilden etwa 15 Mitglieder, die an den monatlichen öffentlichen Sitzungen teilnehmen und die Arbeit vorantreiben. Mitglieder sind LehrerInnen aller Schulformen sowie Elternver|_ˇtreterInnen und Universitätsangehörige.

Seit Dezember 1999 gibt es einen Kooperationsvertrag mit der Arbeitsstelle für Schulentwicklung und Schulentwicklungsforschung am Fachbereich Erziehungswissenschaften.

Der Verein steht in regelmäßigem Kontakt mit anderen Reformschulen (u.a. Reformschule Kassel, Freie Schule Prinzhöfte, Laborschule Bielefeld, Helene-Lange-Schule Wiesbaden, Jenaplan-Schule Leipzig, Theodor-W.-Adorno-Scˇhule Elze).

Auf Empfehlung von Otto Herz hat der Verein einen "Weisen Rat" ins Leben gerufen. Ihm gehören an: Dr. Hermann Schwarz, Prof. Wulf Wallrabenstein, Dr. Dirk Hagener.

Die Konzeption

Die Arbeit der Reformschule richtet sich an 2 Leitideen aus:

• Sich bilden in der Auseinandersetzung mit der Welt

• Werkstatt demokratischen Handelns

Sie basiert auf 5 Säulen. Aus einer Kurzfassung des Konzeptes:

1. Projektarbeit im Zentrum

An der Reformschule wird die Projektarbeit ins Zentrum gerückt. Etwa 25 - 30% der reinen Unterrichtszeit wird die Projektarbeit ausmachen.

Mit den Projekten wird den SchülerInnen das Lernen in Sinnzusammenhängen ermöglicht, die starren Fächergrenzen und die Zerstückelung der Gegenstände werden überwunden. Die SchülerInnen sollen mit allen Sinnen über aus`´reichende, ihnen gemäße Zeiträume hinweg zusammen sich einer Sache, einer Problemstellung widmen.

Projektarbeit ermöglicht und erfordert zweierlei: einerseits das ganzheitliche, ungefächerte Durchdringen eines Themenbereiches und zum anderen die Zusammenarbeit in der Gruppe, im Team. Projektarbeit ist in hohem Maße_¿ auch soziales Lernen, das Erwerben und Anwenden von sozialen Kompetenzen.

2. Lernen und Leben in altersgemischten Gruppen

Altersgemischte Lerngruppen spiegeln die Lernumfelder, wie sie im Kindergarten, in der Arbeitswelt oder im Freizeitbereich in unserer Gesellschaft vorzufinden sind. Deshalb wird die Reformschule ihre Lerngruppen weite_stgehend in altersgemischten Gruppen organisieren.

Soziale Prozesse können sich natürlicher und dadurch besser entwickeln als in Jahrgangsklassen. Leistungsunterschiede werden als natürlich empfunden und wahrgenommen.

Beim Durchlaufen der einzelnen Stufen erfahren die SchülerInnen mehrfach den Wechsel der individuellen Rolle in der Gruppe (mal JüngsteR, mal MittlereR, mal ÄltesteR).

3. Vielfältige

Differenzierungsformen

Lernen ist ein hochindividueller Prozess, der von außen nicht erzwungen, sondern höchstens ermöglicht und gefördert werden kann. Lernen ist eigene Aktivität.

Die Frage der individualisierten Lernformen bzw. -angebote stellt sich täglich. Aufgabe von Schule ist es, jedem Kind und Jugendlichen zu ihm passende, ihm gemäße Lernangebote zu machen und ihm bei der Organisation und _Strukturierung der individuellen Lernwege behilflich zu sein und verschiedene Möglichkeiten anzubieten. Insofern ist die Einrichtung vermeintlich homogener Lerngruppen und eine äußere Leistungsdifferenzierung ein im Grundsatz untaugliches Unterfangen.

4. Ganztagsschule

Die Reformschule wird eine Ganztagsschule sein. Dies zum einen aus inhaltlichen Erwägungen heraus, zum anderen, um den Bedürfnissen und Erfordernissen von Kindern und Eltern gerecht zu werden.

5. Schule für alle

Die Reformschule ist eine Schule für alle Kinder. Ziel ist es, dass ihre Schülerschaft weitestgehend die Hamburger Bevölkerung in ihrer Vielfalt widerspiegelt. Sie akzeptiert bewusst Unterschiede zwischen den Kindern , Jund Jugendlichen, was die verschiedenen Formen von "Behinderungen" einschließt. Das Konzept ermöglicht die Förderung und Entwicklung unterschiedlichster Begabungen und Lernvoraussetzungen. Vielfalt und Unterschiede werden nicht als Last, sondern als Bereicherung und Herausforderung verstanden.

(zitiert aus dem erstem Flyer)

Das Besondere

Die Reformschule wird eine Schule für alle, also eine Gesamtschule, sein. Sie wird sich andererseits aber auch deutlich von den bestehenden Gesamtschulen unterscheiden: Sie verfügt über ein klares pädagogisches Konzept,_ auf das die an ihr Arbeitenden verpflichtet sind. Sie stellt reformpädagogische Elemente, die an anderen Schulen meist eher ein Inseldasein spielen, ins Zentrum ihrer Arbeit und bündelt sie. Dadurch können sowohl Synergieeffekte erzielt als auch gänzlich neue Erfahrungen gesammelt werden.

Die Zeiten und die Menschen haben sich seit der Gründungszeit der Gesamtschule und der Festlegung ihrer Strukturen verändert. Die heutigen Schulen merken mehr oder weniger, dass bisherige Antworten und Konzepte nicht mehr ausreichen. Die Reformschule beschreitet (in Teilen bewährtes) Neuland. Im Konzept heißt es dazu:

"Die Reformschule wird am ehesten mit der Schulform der Gesamtschule in Verbindung gebracht werden können. Gleichwohl besteht die Zielsetzung von Beginn an darin, Reformansätze zu entwickeln und zu erproben, die für alle Schulformen von Bedeutung und Interesse sein werden ... Ein Erfolg der Reformschule wird sich daran messen lassen, ob Schulen verschiedener Formen ohne zwangsweise auferlegten Kopierzwang sich von ihrer Praxis inspirieren lassen."

Die häufigsten Fragen

Habt ihr schon einen Standort? Wann wollt ihr beginnen? Und jetzt (nach der Wahl)?

Es gibt noch keinen Standort. Es gab bisher zahlreiche fruchtbare Gespräche mit VertreterInnen der Schulbehörde, die vor der Wahl noch nicht zum Abschluss gebracht werden konnten. Die von der Initiative gesammelten üb_er 500 Unterschriften zur Einrichtung einer Reformschule waren dafür sehr förderlich.

Nächstmöglicher Beginntermin ist der Sommer 2003. Die Initiative hält daran fest.

Über die Chancen der Reformschule "unter" einer neuen Regierung kann man/frau zur Zeit nur spekulieren. Gespräche müssen abgewartet werden.

Die nächsten Vorhaben

Die Reformschule wird in der kommenden Zeit auf drei Feldern arbeiten:

1. Im Laufe des Winters wird die Reformschule an verschiedene Schulen herantreten mit dem Angebot, gemeinsam Möglichkeiten und Chantcen einer Umwandlung in eine Reformschule auszuloten. (Dies ist eine von mehreren Mög_lichkeiten der Standortfindung, die erkundet werden soll.)

2. Parallel dazu sollen Gespräche mit der Behörde, FDP und CDU fortgesetzt bzw. aufgenommen werden.

3. Inhaltlich soll die Schulkonzeption weiterentwickelt werden. Dazu dient u.a. die 3. Arbeitstagung Anfang November. Verbunden wird diese Arbeit mit der Herausgabe einer Flyer-Serie.

Der Kontakt

Die monatlichen Treffen der Reformschule sind öffentlich. Gäste sind willkommen. Wer Näheres erfahren, zusätzliche Informationen erhalten, Mitglied werden möchte:

Holger Butt-Otten (1.Vors.)
Tinsdaler Heideweg 40 A, 22559 Hamburg
Tel/Fax 040/822 421 84
E-Mail:holger.butt-otten@t-online.de
Martin Heusler (2. Vors.)
Schwübb 3, 22529 Hamburg
Tel 040/589355 Fax 040/58915662
E-Mail:ahrens-heusler@t-online.de
http://www.reformschule-hamburg.de
E-Mail:mail@reformschule-hamburg.de

 

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